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Ernährungsstile auf dem Prüfstand

Umweltauswirkungen und Abfallvermeidung

Ernährungsstile auf dem Prüfstand

Weniger Milch und mehr Gemüse zu konsumieren könnte den ökologischen Fußabdruck enorm verbessern.

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Wie sieht Euer ökologischer Fußabdruck aus? Um den Lebensmittelkonsum aufgrund knapper werdender natürlicher Ressourcen umweltfreundlicher zu machen, sollten wir einen genaueren Blick auf unsere Ernährungsstile werfen. Die Auswirkungen von vegan, vegetarisch und Co. auf die Umwelt und die Abfallvermeidung untersuchte nun ein deutsches Forscherteam.

Die Untersuchung fand an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg im Breisgau statt. Ihren Ergebnissen zufolge verringere eine Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung den ökologischen Fußabdruck in Deutschland beträchtlich.

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Drei verschiedene Ernährungsstile untersucht

Laut Bundesregierung soll sich bis 2030 die Lebensmittelverschwendung in Konsum und Vertrieb halbieren. Die Forscher analysierten und verglichen drei Ernährungsstile, die alle ernährungsphysiologisch sinnvoll und pflanzenbasiert sind:

  1. Pflanzenbasierte Ernährung mit Fleischkonsum (Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung)
  2. Pflanzenbasierte Ernährung innerhalb der Belastungsgrenzen der Erde mit weniger Fleisch (Vorschlag der EAT Lancet Kommission)
  3. Vegetarische Ernährung (EAT Lancet Ernährungsweise)

Mehr Gemüse, weniger Milch

Die Forscher erfassten die Biomasse-, Ackerland- und Blauwasser-Fußabdrücke der globalen Lieferketten der verschiedenen Ernährungsstile. Blaues Wasser in diesem Zusammenhang meint die Wassermenge, die in der Industrie und im häuslichen Gebrauch zur künstlichen Bewässerung oder zur Herstellung von Produkten benötigt wird.

Die spannenden Ergebnisse: Eine milcharme, vegetarische Ernährung sei besonders effektiv, um den Biomasse-Fußabdruck bis zu 61 Prozent zu senken, den Ackerland-Fußabdruck bis zu 48 Prozent. „Zwar ließen sich mit einer vegetarischen Ernährung fast die Hälfte der Flächen für die Lebensmittelproduktion einsparen, der Einfluss auf das blaue Wasser wäre aber leider gering. Um diesen Verbrauch zu senken, wäre es hilfreicher, Lebensmittelabfälle zu reduzieren“, sagt Hanna Helander von der Professur für Gesellschaftliche Transformation und Kreislaufwirtschaft.

Vegetarisch ist nicht alles

Eine vegetarische Ernährung allein ist also nicht ausreichend. Im Gegenteil konnten die Forscher zeigen, dass auch eine pflanzenbasierte Ernährung trotz verringerter Fußabdrücke zu mehr Lebensmittelabfällen führen könne. Denn dadurch steige der Konsum von Produkten (z.B. Kartoffeln, Rüben, Reis), die einen höheren Anteil an Lebensmittelabfällen aufweisen. „Eine höhere Ressourceneffizienz lässt sich am besten erreichen, wenn wir die Reduktionspotenziale aller verfügbaren Strategien ausschöpfen und gleichzeitig die Wechselwirkungen der unterschiedlichen Strategien berücksichtigen“, erklärt Helander

 

Quelle: Uni Freiburg



Online-Redakteurin im Deutschen Ärzteverlag. Schreibt für die zahnmedizinischen Webportale und Social-Media-Kanäle.

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