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Ist Süßstoff wirklich schädlich?

Süße Versuchung

Ist Süßstoff wirklich schädlich?

Süßstoff oder doch lieber der bekannte Würfelzucker? Welche genauen Auswirkungen Süßstoffe auf unseren Körper haben, ist bisher noch nicht bekannt.

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Süßes naschen ohne ein schlechtes Gewissen? Denn schließlich ist Süßstoff ja nicht so schlimm für Dich wie Zucker und hilft sogar beim Abnehmen. Aber stimmt das wirklich? Die Wirkung von Süßstoff auf den menschlichen Körper ist noch nicht komplett geklärt. Experten fordern nun eine bessere Kennzeichnung.

Süßstoff hat sich mittlerweile einen festen Platz unter den Lebensmittelzusätzen erkämpft. Besonders in Industrieländern hat der Konsum von süßstoffhaltigen Lebensmitteln stark zugenommen. Allein in den USA hat sich die Zahl der Produkte in den letzten Jahren vervielfacht und circa 20 Prozent der Heranwachsenden nehmen täglich Süßstoffe zu sich.

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Genaue Auswirkungen von Süßstoff noch unbekannt

Viele Menschen, auch Kinder und Jugendliche, greifen immer öfter zu Lebensmitteln mit Süßstoff anstatt Zucker. Sie glauben, dass sie somit Kalorien sparen, Gewicht verlieren und sogar ihren Zähnen noch etwas Gutes tun. Aber was ist wirklich dran an dieser Vermutung? So richtig klar ist das leider bisher nicht. Die Studienlage liefert keine eindeutigen Ergebnisse zur Wirkung von Süßstoff auf den menschlichen Körper.

Das Wissen ist also lückenhaft. Sicher ist aber, dass Süßstoffe trotz gegenteiliger Mutmaßungen nicht krebserregend sind, wenn sie in verzehrüblichen Mengen konsumiert werden. Das bestätigte eine Studie der europäischen Lebensmittelbehörde aus dem Jahr 2006 für den Süßstoff Aspartam.

Möglicher Einfluss von Süßstoff auf Appetit und Stoffwechsel

Es besteht der Verdacht, dass sich Süßstoff negativ auf den Stoffwechsel, den Appetit, die Geschmackswahrnehmung und das Mikrobiom des Darms auswirkt. In einer israelischen Studie entwickelten Mäuse nach dem Verzehr von Süßstoff Störungen der Darmflora und beim Glucosestoffwechsel. Es ist jedoch nicht klar, inwieweit diese Ereignisse auf den Menschen übertragbar sind. Genauso unklar ist, ob Süßstoffe beim Abnehmen helfen oder eher zur Gewichtszunahme führen.

Allerdings konnte die sogenannte Framingham-Heart-Studie einen anderen Aspekt aufdecken: Der häufige Konsum süßstoffhaltiger Getränke kann dazu führen, dass das Risiko steigt, einen Schlaganfall zu erleiden oder an Demenz zu erkranken. Laut der Forscher könnte das daran liegen, dass Süßstoffe möglicherweise den Appetit fördern und zu einer Gewichtszunahme führen können. Deshalb solltet Ihr besser auf Getränke ohne Süßstoff und ohne Zucker zurückgreifen.

Neue und bessere Kennzeichnung gefordert

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) führt für vor 2009 zugelassene Süßungsmittel bis Ende 2020 eine Risikobewertung durch. Diese neue Bewertung soll Informationen zu den bislang bekannten gesundheitlichen Auswirkungen der Süßstoffe auf den menschlichen Körper beinhalten, welche Mengen die verschiedenen Produkte enthalten und in welchem Ausmaß sie konsumiert werden.

Wissenslücken gibt es vor allem bei der Frage nach dem Zusammenhang von Süßstoffen und dem Gewicht von Kindern und Jugendlichen. Einige Studien haben Forschern zufolge darauf hingedeutet, dass künstliche Süßstoffe dazu führen können, dass die betroffene Person mehr zuckerhaltige Lebensmittel konsumiert. Durch eine langfristige Verwendung von Süßstoff könnten sich zudem die geschmacklichen Vorlieben verändern. Man gewöhne sich an einen süßen Geschmack und somit auch eher an zuckerhaltige Lebensmittel. Aber auch diese Ergebnisse wurden bisher noch nicht bestätigt, sodass hier ein dringender Forschungsbedarf besteht.

In jedem Fall solltet Ihr selbst in Sachen Ernährung Vorbild für Eure Kinder sein und die Eltern Eure jungen Patienten ebenfalls auf ihre Vorbildfunktion hinweisen. Schließlich ist wissenschaftlich belegt, wie stark vor allem der Einfluss von Müttern auf ihre Kinder ist.

Quelle: Frankfurter Rundschau



Online-Volontärin im Deutschen Ärzteverlag. Unterstützt die zahnmedizinischen Webportale und Social-Media-Kanäle.

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