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Kaufland verkauft jetzt Vitamin-D-Pilze

Alles nur Marketing oder wirklich gesund?

Kaufland verkauft jetzt Vitamin-D-Pilze

Schon normale Champignons enthalten Vitamin D. Werden sie vor der Ernte mit UV-Licht bestrahlt, erhöht sich der Vitamingehalt um das 30fache.

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Vitamin D ist ein Stoff, den unser Körper mit Hilfe von Sonnenlicht selbst bilden kann. Aber in der dunklen Jahreszeit, wenn die Sonne nur selten scheint, leiden viele Menschen an Vitamin-D-Mangel. Bei Kaufland gibt es jetzt spezielle Champignons zu kaufen, die diesen Mangel ausgleichen sollen. Aber bringt das was? Das hat die Stiftung Warentest überprüft.

Das Etikett der Pilze verspricht so einiges: „30 x mehr Vitamin D“ als in konventionellen Kulturchampignons und „100 Gramm enthalten 125 Prozent der empfohlenen Tages­dosis“ heißt es da. Aber wie kommt das Vitamin in die Pilze? Gezüchtet werden die Champignons von der Firma Pilzland. Beim Wachsen werden die Pilze nicht mit künstlichem Vitamin D angereichert, sondern mit UV-Licht bestrahlt. Auf diese Art will das Unternehmen einen Vorgang nachahmen, der auch in der Natur vorkommt: Denn wenn die Pilze vom Sonnenlicht beschienen werden, bilden sie ganz von selbst reichlich Vitamin D. Normalerweise wachsen Zuchtchampignons aber nicht bei Tageslicht, sondern in künstlich beleuchteten Hallen.

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Das sagt Stiftung Warentest zu den Vitamin-D-Champignons

Die Vitamin-D-Pilze gibt es aktuell nur bei Kaufland.

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Und können die Pilze halten, was sie versprechen? Die Stiftung Warentest hat sie unter die Lupe genommen und den Vitamin-D-Gehalt von Pilzen aus sieben verschiedenen Packungen bestimmt. Das Ergebnis: Das Bestrahlungsverfahren funk­tioniert – im Durchschnitt enthalten die Pilze 9,6 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm. Bei normalen Champignons liegt dieser Wert bei 0,3 Mikrogramm pro 100 Gramm – damit ist das Werbeversprechen „30 x mehr” korrekt. Allerdings schwankt der Vitamin-D-Gehalt der Sonnen-Champignons im Einzelfall deutlich: In verschiedenen Proben wurden Werte zwischen 5,3 und 15,1 Mikrogramm gemessen – dieser Wert überschreitet sogar den von der EU festgelegten Höchstwert. Eine Überdosis des Vitamins muss aber laut Stiftung Warentest niemand fürchten: „Selbst von den Vitamin-D-reichsten Pilzen könnten Sie auf Dauer täglich bedenkenlos mehrere Packungen essen”, heißt es im Testbericht.

Vitamin D für Knochenaufbau und gegen Depressionen

Aber wozu brauchen wir Vitamin D überhaupt? Der Stoff ist vor allem für den Knochenstoffwechsel wichtig. Er fördert die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm sowie ihren Einbau in den Knochen und nimmt damit eine Schlüsselrolle bei der Knochenmineralisierung ein, heißt es beim Robert Koch-Institut (RKI). Außerdem reduziert das Vitamin Stimmungsschwankungen und wirkt Depressionen entgegen. Doch gerade im Winter sind viele Menschen nicht optimal versorgt: 45 Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie 56 Prozent der Erwachsenen in Deutschland weisen laut RKI zu niedrige Vitamin-D-Werte auf. Allerdings leiden sie nicht sofort an einer gefährlichen Unterversorgung, die mit Mangelerscheinungen wie Rachitis und einem höheren Osteoporoserisiko einhergehen kann. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich gar nicht oder kaum im Freien aufhalten.

Let the sunshine in

Eine natürliche Vitamin-D-Bildung ist in Deutschland nur im Sommerhalbjahr möglich dann kann der Körper auch Reserven für die dunkle Jahreszeit bilden. Das RKI empfiehlt deshalb, zwischen März und Oktober zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Sonne auszusetzen. Allerdings sollte man dabei aufpassen, dass kein Sonnenbrand entsteht. Allein durch Sonnenschein kann der Körper 80 bis 90 Prozent seines Bedarfs decken.

Allein durch die Ernährung lässt sich das nicht ausgleichen durchs Essen nehmen wir nur einen kleinen Teil unseres Bedarfs auf. Trotzdem es gibt auch besonders Vitamin-D-haltige Lebensmittel. Dazu gehören unter anderem Fisch und Innereien, aber auch vegetarische Lebensmittel.

Tabelle: Vitamin-D-reiche Lebensmittel

Lebensmittel Vitamin-D-Gehalt
geräucherter Aal 90 Mikrogramm / 100 g
Hering bis zu 25 Mikrogramm / 100 g
Lachs 16 Mikrogramm / 100 g
Vitamin-D-Champignons 9,6 Mikrogramm / 100 g
Austern 8 Mikrogramm / 100 g
angereicherte Margarine 2,5 bis 7,5 Mikrogramm / 100 g
Eigelb 5,6 Mikrogramm / 100 g
Avocado 5 Mikrogramm / 100 g
Rinderleber 1,7 Mikrogramm / 100 g
Gouda 1,3 Mikrogramm / 100 g


Stefanie Hanke ist Redakteurin und veröffentlicht regelmäßig Beiträge auf Dental team online.

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