Fast Food-Marketing

Pommes oder Obst als Beilage?

Bei der Wahl zwischen einer gesunden und einer ungesunden Beilage entscheiden sich viele Eltern eher für die ungesunde Beilage.

Copyright © dream79 – stock.adobe.com

Ob im Menü oder selbst gewählt: Zu einem Burger gehört für die meisten von uns eine Portion Pommes als Beilage. Doch die meisten Fast Food-Ketten bieten neben ungesunden Beilagen auch eine gesunde Alternative. Die wird jedoch selten gewählt. Denn Pommes als Beilage sind sozial akzeptiert – auch unter Eltern, wie eine Studie nun herausfand.

Vor allem für Kinder gibt es gesunde Alternativen zu den üblichen Pommes. Apfelstücke, Wasser und Bio-Säfte gehören seit ein paar Jahren zum Angebot diverser Fast Food-Ketten, vor allem für Kinder. Doch die kaufen Eltern bei weitem nicht so häufig wie die ungesunden Beilagen. Forscher von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) haben daher getestet, wie sich Eltern für die gesunde Alternative begeistern lassen.

Anzeige

Für ihre Untersuchung gingen die Forscher davon aus, dass sich Eltern von anderen Eltern in Netzwerken und Foren stark beeinflussen lassen. Andere Studien haben bereits gezeigt, dass die Kalorienangabe auf Produkten nur für einen geringen Anteil ausschlaggebend für die Bestellung ist. Eine weitere große US-Studie hat belegt, dass das Angebot für gesunde Alternativen ausschlaggebend bei der Wahl des Fast Food-Restaurants ist – unabhängig davon, ob Kunden diese hinterher bestellen oder nicht.

Ungesunde Beilagen sind soziale Norm

Für ihre Untersuchung verglichen die Forscher zunächst die Daten zu den bestellten Menüs mit einer Befragung der Eltern. Diese ergab, dass die Bestellung von Pommes oder generell ungesunden Beilagen als soziale Norm gilt. Danach folgte ein praktischer Test in McDonald’s Restaurants. Neben Pommes bietet die Fast Food-Kette auch Fruchtpüree ohne Zuckerzusatz, Apfelschnitze, Apfelschorle oder Milch an. Vor der Bestellung füllten Eltern einen Fragebogen aus, der ihr Verhalten analysierte und welche äußeren Faktoren zu ihrer Entscheidung beitragen können. Als Dank gab es einen Gutschein für ein Kindermenü, den die Eltern anschließend mit ihrem Nachwuchs direkt einlösten.

Das Ergebnis: Eltern, die sich stark an ihrem Umfeld orientieren, wählten weitaus häufiger die ungesunden Beilagen. In einer zweiten Umfrage befragten die Forscher Eltern wieder zu ihrem Verhalten. Eine Hälfte der Gruppe erhielt zudem einen Artikel, der besagte, dass 75 Prozent aller Eltern gesunde Beilagen für ihre Kinder bestellen. Danach untersuchten die Foscher wieder das Kaufverhalten im Restaurant. 30 Prozent der Eltern, die den Artikel gelesen hatten, bestellten gesündere Beilagen für ihre Kinder.

Mit dem richtigen Marketing könnten die Fast Food-Ketten somit nicht nur Eltern darin unterstützen, ihre Kinder gesünder zu ernähren. Sie könnten gleichzeitig auch den eigenen Umsatz für die gesunden Alternativen steigern.

 

Quelle: idw



Marina Görtz ist Redakteurin in der Redaktion Medizin und Zahnmedizin des Deutschen Ärzteverlags.

Ähnliche Artikel

Generation Y Ernährung
Junge Erwachsene und die Ernährung
Wie gesund isst die Generation Y?
Tipps Plastik sparen
Umweltschutz auch privat
5 Tipps zum Plastik sparen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich stimme den Allgemeinen Nutzungsbedingungen sowie Datenschutzbestimmungen zu, die ich hier eingesehen habe. *