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Schutz der Kinder: Stillzeit und Milchprodukte

Nahrungsmittelallergien reduzieren

Schutz der Kinder: Stillzeit und Milchprodukte

Laut Studie wiesen Kinder eine geringere Rate von Nahrungsmittelallegien auf, wenn die Mütter mehr Kuhmilch zu sich genommen haben.

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Sollten Mütter während der Stillzeit Milchprodukte zu sich nehmen? Einer neuen Studie zufolge ja, denn das soll das Risiko für Nahrungsmittelallergien bei ihren Kindern reduzieren.

Eine schwedische Studie beschäftigte sich mit der Frage, welche Auswirkungen der Milchkonsum von Müttern während der Stillzeit auf deren Kinder hat. Die Forscher befragten mehr als 500 Frauen zu ihren Ernährungsgewohnheiten. Dabei stellten sie fest, dass Mütter, deren Kinder keine Allergien hatten, während der Stillzeit mehr Milchprodukte zu sich genommen haben.

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Deutlicher Zusammenhang erkennbar

Insgesamt führten die Forscher drei Befragungen der Teilnehmerinnen zu ihren Essgewohnheiten durch: die erste in der 34. Schwangerschaftswoche, die zweite einen Monat nach der Geburt und die dritte vier Monate nach der Geburt. Außerdem untersuchten die Wissenschaftler, ob die Kinder im Alter von einem Jahr Nahrungsmittelallergien, Neurodermitis oder Asthma aufwiesen. Biomarker im Blut der Mütter und der Muttermilch klärte den angegebenen Milchkonsum der Teilnehmerinnen.

Nachdem Aspekte wie eine genetische Veranlagung herausgenommen wurden, blieb eine deutliche Assoziation: Kinder wiesen eine geringere Rate von Nahrungsmittelallergien auf, wenn die Mütter mehr Kuhmilch zu sich genommen haben. Acht Prozent der insgesamt 508 untersuchten Kinder hatten eine Lebensmittelallergie (meist gegen Kuhmilch oder Eier), sieben Prozent hatten Neurodermitis und sieben Prozent Asthma.

Folgestudie läuft

Die Ursachen dieser klaren Assoziation sind jedoch nicht geklärt. Die Forscher vermuten, dass Kuhmilch Substanzen wie Fette oder Proteine enthalten könne, die das Immunsystem der Säuglinge stimuliere. „In der frühen Entwicklung eines Kindes gibt es ein Zeitfenster, in dem solch eine Stimulation erforderlich ist, damit das Kind eine Toleranz gegenüber verschiedenen Nahrungsmitteln entwickelt“, beschreiben sie.

Möglich sei auch, dass Mütter mehr in der Milch enthaltene Fette aufnehmen und weniger mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Denn ein hoher Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren an der Ernährung der Mutter könne der Entwicklung des kindlichen Immunsystems entgegenwirken, so die Forscher. Die Studie sei zwar nicht repräsentativ, zeige aber einen deutlichen Einfluss der Ernährung der Mutter auf die Allergieentwicklung beim Kind. Momentan führen die Forscher eine Folgestudie mit vierjährigen Kindern durch.

 

Quelle: Stråvik M et al. Maternal Intake of Cow’s Milk during Lactation Is Associated with Lower Prevalence of Food Allergy in Offspring. Nutrients 2020; https://doi.org/10.3390/nu12123680



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