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Social Media verführt zur Fehlernährung

foodwatch-Report zu Junkfluencern

Social Media verführt zur Fehlernährung

Social Media-Stars posieren auf ihren Profilen mit ungesunden Lebensmitteln und regen Kinder und Jugendliche zum Kauf an.

Copyright © sarina_vs (li)/simondesue (re) (Instagram)

Jeder weiß eigentlich, wie ungesund Fast Food, Limonade oder Süßigkeiten sind – und das nicht nur für die Zähne. Doch gerade Kinder lieben diese fettigen oder süßen Snacks und lassen sich zudem leicht beeinflussen. Das nutzen die Lebensmittelkonzerne scheinbar aus, wie ein aktueller Bericht der Verbraucherorganisation foodwatch zeigt. Durch sogenannte Junkfluencer auf Social Media-Portalen verführen sie Kinder zur Fehlernährung.

Instagram, YouTube, TikTok – diese Plattformen sind gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Influencer erreichen mit ihren Videos und Fotos dort regelmäßig mehrere Millionen ihrer oftmals jungen Fans. Doch dabei handelt es sich nicht immer um lustige Videos, sondern auch um Werbung – für nicht immer gesunde Lebensmittel.

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Bedingungsloses Vertrauen

Die Verbraucherorganisation foodwatch untersuchte diese Werbe-Posts und sichtete dafür im Jahr 2020 Posts, Videos und Stories bekannter Influencer. Denn diese Social Media-Stars sind nicht nur Vorbilder für viele Kinder und Jugendliche: Sie werden zeitgleich als beste Freunde angesehen, ihre Fans glauben ihre Aussagen und dementsprechend groß ist ihr Einfluss auf die Kaufentscheidungen ihrer Follower.

Einer Studie zufolge würden 11- bis 15-Jährige ihren Idolen sogar bedingungslos vertrauen und sich ihnen und ihren Aussagen gänzlich hingeben. Lebensmittelkonzerne nutzen diesen Umstand und engagieren die Influencer als Werbepartner für ihre Produkte. So werden die Influencer schnell zu sogenannten Junkfluencern für Fehlernährung.

Folgeerkrankungen durch Fehlernährung

foodwatch kritisierte, dass durch diese Werbe-Posts die Fehlernährung und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen gefördert werde und Konzerne bewusst Geschäfte zu Ungunsten der Gesundheit machen. „Mit Hilfe von Influencern senden die Unternehmen ihre Werbebotschaften an den Eltern vorbei direkt ins Kinderzimmer und auf die Handys junger Menschen, so Luise Molling von foodwatch. Die Organisation fordert von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner eine Beschränkung dieser Werbemaßnahmen, denn eine reine Selbstverpflichtung sei nicht ausreichend.

Fehlernährung ist in der jungen Bevölkerungsgruppe ein häufig vorkommendes Problem, denn laut Robert Koch-Institut konsumieren sie deutlich mehr Süßwaren und weniger Obst und Gemüse als empfohlen. Laut foodwatch seien 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen bereits übergewichtig und sechs Prozent fettleibig, was irgendwann u.a. zu Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes führen könne.

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Erfolgreiche Junkfluencer

In ihrem Bericht geht foodwatch auch auf folgende Influencer ein, die bereits erfolgreich Werbung für ungesunde Lebensmittel gemacht haben:

  • Viktoria und Sarina (beide 25): Mehr als eine Million Fans bei Instagram, TikTok und YouTube. Machten Werbung für Coca-Cola, McDonald’s, Coppenrath&Wiese und Keksteig
  • Simon Desue (29): 4,3 Millionen Abonnenten. Machte Werbung für McDonald’s und Haribo.
  • Laser Luca (24): Mehr als 4 Millionen Abonnenten. Machte Werbung für Gustavo Gusto
  • Dagi Bee (26): Mehr als 6 Millionen Abonnenten. Machte Werbung für Hitschler.
  • Julia Beautx (21): Mehr als 2 Millionen Abonnenten. Machte Werbung für Coca-Cola, Ivy Bears-Gummibärchen und Mondelez-Schokoladenmarke Milka.

Quelle: foodwatch

 



Online-Volontärin im Deutschen Ärzteverlag. Unterstützt die zahnmedizinischen Webportale und Social-Media-Kanäle.

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