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Zuckerersatz: So gut sind die Austauschstoffe wirk...

Xylit und Erythrit

Zuckerersatz: So gut sind die Austauschstoffe wirklich

Den auch als Birkenzucker bekannten Zuckerersatz Xylit findet man in einigen Gemüsesorten und Baumrinden.

Copyright © Maik Dörfert – stock.adobe.com

Zucker ist bekanntlich nicht das Beste, was den Zähnen passieren kann. Neben Karies kann ein hoher Zuckerkonsum auch zu Diabetes, Übergewicht oder weiteren Krankheiten führen. Doch wie sieht es mit Zuckerersatz wie Xylit oder Erythrit aus?

Viele Personen verwenden für eine gesündere und natürliche Ernährung anstatt Zucker lieber Bio-Rohrzucker, Agavendicksaft oder Ähnliches. Doch auch diese Alternativen enthalten Glukose, Fruktose oder Saccharose. Aus medizinischer Sicht sind diese konzentrierten Zuckerprodukte genauso schlecht für die Zähne wie der gewöhnliche Haushaltszucker. Um Krankheiten wie Diabetes oder Übergewicht durch zu viel Zucker zu vermeiden, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Tageshöchstbedarf von 50 Gramm Zucker (ca. 17 Zuckerwürfel.)

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Studie an Parodontitispatienten

Doch sollte man nun komplett auf den süßen Geschmack verzichten? Das muss nicht sein. Denn es gibt auch Zuckerersatz natürlichen Ursprungs, der sich schon in Studien als zahnfreundlich erwiesen hat. Zwei dieser Austauschstoffe sind Erythrit und Xylit. Den Studien nach senken sie das Kariesrisiko, da weniger Haushaltszucker aufgenommen wird. Außerdem wirken sie gegen Bakterien wie Streptococcus mutans.

In einer Berliner Studie untersuchten Forscher den Effekt von Erythrit auf Parodontitis. Dafür wurden 42 Patienten mit Parodontitis in zwei Gruppen aufgeteilt und der Mundraum mittels subgingivaler Instrumentierung behandelt. Die eine Gruppe erhielt zusätzlich eine adjuvante Air Polishing-Therapie, die Kontrollgruppe nicht. In das Polierpulver gaben die Forscher einen Anteil Erythrit. Nach sechs Monaten überprüften sie die Taschentiefe sowie den BOP und Attachmentverlust.

Zuckerersatz Erythrit wirkt gegen Parodontitis

Die spannenden Ergebnisse. In beiden Gruppen hatten sich sämtliche Werte verbessert. In der Gruppe mit Air Polishing war die Taschentiefe signifikant geringer als in der Kontrollgruppe. Außerdem wies die Testgruppe weniger Bakterien (Tannerella forsythia and Treponema denticola) auf. Zwar ist die untersuchte Testgruppe dieser Studie klein, aber die Forscher gehen anhand ihrer Ergebnisse davon aus, dass der Zuckerersatz Erythrit sich positiv auf die Entwicklung einer Parodontitis auswirken kann. Genaue Studien stehen hier noch aus. Doch anhand einiger Experimente liegt die Hypothese nahe, dass Erythrit und Xylit nicht nur die Teilung schädlicher Bakterien hemmen, sondern auch die Bildung von Biofilm verhindern.

Erythrit aus dem Supermarkt stammt meist aus einem Fermentationsprozess aus Hefen. In kleinen Mengen gibt es den Zuckerersatz aber auch in Shiitake-Pilzen, Pflaumen, Erdbeeren und bestimmten Käsesorten. Diese Obstsorten enthalten ebenfalls Xylit, auch als Birkenzucker bekannt. Diesen findet man auch in Gemüse und bestimmten Baumrinden. Er wird aus einigen Holzsorten oder landwirtschaftlichen Nebenprodukten industriell gewonnen.

 

Quelle: Jentsch, H.F.R., Flechsig, C., Kette, B. et al. Adjunctive air-polishing with erythritol in nonsurgical periodontal therapy: a randomized clinical trial. BMC Oral Health 20, 364 (2020). https://doi.org/10.1186/s12903-020-01363-5

Loimaranta V, Mazurel D, Deng D, Söderling E. Xylitol and erythritol inhibit real-time biofilm formation of Streptococcus mutans. BMC Microbiol. 2020 Jun 29;20(1):184. doi: 10.1186/s12866-020-01867-8. PMID: 32600259; PMCID: PMC7325245.



Online-Redakteurin im Deutschen Ärzteverlag. Schreibt für die zahnmedizinischen Webportale und Social-Media-Kanäle.

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