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Zahnarztangst – Umgang mit Angstpatienten

Tipps zur Kommunikation

Zahnarztangst – Umgang mit Angstpatienten

Das Praxisteam hilft bei Zahnarztangst.

Copyright © Nestor /Adobe Stock

Beim Betreten der Praxis wird deutlich: Dieser Patient hat Angst vorm Zahnarzt. Wie geht man als ZFA mit Angstpatienten um?  Wer die Körpersprache richtig deutet, gesprächsbereit und empathisch auftritt, hilft Patienten, ihre Angst vor dem Zahnarzt zu überwinden.

Ängstliche Patienten beanspruchen viel Aufmerksamkeit. Mehr, als in der alltäglichen Arbeitsroutine vorgesehen ist. Es lohnt sich dennoch, sich diese Zeit zu nehmen, denn mit einer einfühlsamen Patientenführung wird langfristig aus dem ängstlichen Patienten ein Patient, der Vertrauen fasst und seine Angst vor dem Zahnarzt überwindet. Gerade der Zahnmedizinischen Fachangestellten kommt dabei eine wichtige vermittelnde Rolle zu.

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Angst vor dem Zahnarzt: Woran erkennt man ängstliche Patienten?

Wichtig ist es, die Körpersprache zu beachten. Erhöhter Puls, „Herumzappeln“ auf dem Behandlungsstuhl oder dem Stuhl im Wartezimmer, Schweiß auf der Stirn – all das sind körperliche Reaktionen, die zeigen, dass der Patient gestresst ist. Spätestens beim schweißnassen Händedruck wird klar, dass etwas nicht stimmt. Es gibt aber auch Patienten, die gegenteilig reagieren. Sie verhalten sich übertrieben ruhig und still.

Wie geht man als ZFA mit ängstlichen Patienten um?

Grundsätzlich gilt: Komme mit dem Patienten ins Gespräch! „Wie geht es Ihnen?“ – ist eine offene Frage und signalisiert die Bereitschaft, hinzuhören. Wer versucht, nachzuvollziehen, warum der Patient Angst zeigt, gibt ihm zu verstehen: Dieser Mensch interessiert sich für mich, er will mir helfen. Angst vor Spritzen, Angst vor Schmerzen, Angst vor dem Zahnarzt – es gibt viele Gründe, warum Patienten unsicher auftreten. Häufig sind Patienten schlecht informiert und machen sich deshalb unnötige Sorgen. Aber auch vorherige belastende Erlebnisse bei einem anderen Zahnarzt können Auslöser für die Angst sein. Ein anderer Einstieg in das Gespräch kann sein, einen Aspekt aus dem Anamnesebogen aufzugreifen. Offenheit, Gesprächsbereitschaft und Empathie – damit ebnet die ZFA den Weg für eine gute Behandlung.

Wichtig ist aber auch, dass der Zahnarzt oder die Zahnärztin weiß, wie mit Angstpatienten umzugehen ist. Der Zahnarzt kann dem Patienten den Nutzen der anstehenden Behandlung und deren geplanten Ablauf erläutern. Dennoch gilt Vorsicht: Nicht jeder Angstpatient möchte über die Funktion jeden Instruments im Detail aufgeklärt werden. Am besten macht sich das ganze Praxisteam im Vorfeld Gedanken dazu, wie es mit ängstlichen Patienten umgehen will, bevor die Situation auftritt. Hier ist die Kommunikation im Team besonders wichtig. Auch vermeintliche Kleinigkeiten wie ein angenehmer Duft im Raum, Wohlfühl-Ambiente im Wartezimmer, Ruhe und Ablenkung durch Musik schaffen eine stressfreie Atmosphäre für den Patienten in der Zahnarztpraxis.

Was gibt es bei der Weiterbehandlung von Angstpatienten zu beachten?

Wenn Angstpatienten bekannt sind, sollte für die Behandlung mehr Zeit eingeplant werden. Wichtig ist es, dass diese Patienten nicht lange im Wartezimmer sitzen, denn dadurch steigt ihre Anspannung. Wenn bekannt ist, dass der Patient im letzten Moment den Termin absagt, sollte die ZFA ihn lieber einen Tag vorher anrufen. Das erhöht die Compliance. Die Mühe lohnt sich: Hat der Patient erst einmal Vertrauen gefasst, wird er sicher schon bald zu den Stammpatienten der Zahnarztpraxis zählen.


Silja Elfers arbeitet als Redakteurin in der Redaktion Medizin / Zahnmedizin des Deutschen Ärzteverlags.

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