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Wie viele Bakterien sind im Spülschwamm?

Biotop in der Küche

Wie viele Bakterien sind im Spülschwamm?

Viele Milliarden Bakterien tummeln sich in einem normalen Spülschwamm in der Küche.

Copyright © christianpound/iStock

Einen Spülschwamm kann man gut und gerne als Keimschleuder bezeichnen. Denn ein Kubikzentimeter des Gewebes im Spülschwamm enthält bis zu 54 Milliarden Bakterien. Eine weit verbreitete Methode zur Reinigung der kleinen Küchenhelfer scheint das Erhitzen in der Mikrowelle zu sein. Doch funktioniert das?

Fast alle Bakterien im Spülschwamm werden durch die Mikrowelle getötet. Aber eben nur fast. Und diese Überlebenden vermehren sich wieder schnell. Eine Studie der Hochschule Furtwangen un der Universitäten Gießen und Wageningen wollte deswegen der Frage nachgehen, wie die Auswirkungen einer regelmäßigen Behandlung in der Mikrowelle auf den Spülschwamm aussehen.

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Mikrowelle tötet Bakterien im Spülschwamm

Dafür gaben die Forscher an die Teilnehmenden der Studie 20 Spülschwämme. Zehn Teilnehmer sollten ihren Schwamm mit Spülwasser anfeuchten und ihn zwei- bis dreimal die Woche in der Mikrowelle bei maximaler Wattzahl (800-1200 Watt) erhitzen. Ansonsten sollten alle Teilnehmer die Schwämme wie gewohnt benutzen. Nach vier Wochen analysierten die Forscher das gesamte genetische Material, welche Arten von Mikroben anwesend sind und welche Stoffwechseleigenschaften vorliegen.

„Wir waren total überrascht, was wir neben Bakterien noch so alles an Mikroorganismen in den Schwämmen entdecken konnten: Bakterien befallende Viren, das Treibhausgas Methan bildende Archaeen, Pilze und einzellige Tiere, wie zum Beispiel Amöben. Bakterien waren aber mit Abstand die häufigsten Organismen“, beschrieb Studienleiter Prof. Dr. Markus Egert die Ergebnisse.

Übrige Bakterien entwickeln Schutzmechanismus

Die in der Mikrowelle erhitzten Schwämme hatten eine völlig andere Zusammensetzung der bakteriellen Gemeinschaft als die anderen Schwämme. Es waren weniger Arten vorhanden, gleichzeitig aber die Vielfalt der potentiellen Stoffwechselleitungen erhöht. So enthielten die erhitzten Schwämme höhere Anteile von Genen, die Kapsel und Zellwandmaterial synthetisieren. Das könne einen Schutzmechanismus gegen die Mikrowellenbehandlung bedeuten. Auf diese Art würden Mikrobengemeinschaften entstehen, die besser im Schwamm bleiben, so Egert. Im Hinblick auf Krankheiten auslösende Gene konnten die Forscher jedoch keinen Unterschied bei den Schwämmen feststellen.

Insgesamt stellten die Forscher aber heraus, dass aus hygienischer Sicht Spülschwämme durch die Bakterien kein geeignetes Mittel zur Reinigung in der Küche sind. Eine Behandlung in der Mikrowelle schade nicht, jedoch sollten die Schwämme stattdessen lieber häufiger ausgewechselt werden.

Quelle: IDW



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