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Amalgamabscheider: Wechsel des Amalgam-Einwegbehäl...

Praxis-Tipp von DÜRR DENTAL

Amalgamabscheider: Wechsel des Amalgam-Einwegbehälters

Vor dem Wechsel des Amalgam-Abscheidebehälters sollte die Sauganlage ausreichend gereinigt und desinfiziert werden.

Was tun, wenn’s in der Zahnarztpraxis piept? Ein guter Tipp ist, einmal den Amalgam-Behälter des Amalgamabscheiders auszuwechseln. Denn dieser könnte fast voll sein. Bei 95 Prozent Füllmenge ertönt ein Signalton und eine Warnlampe leuchtet. Zeit also für den Wechsel des Amalgam-Einwegbehälters. Dieser sitzt entweder direkt in der Behandlungseinheit oder auch im Keller der Praxis.

Die Amalgamabscheider in den Behandlungseinheiten sind natürlich einfacher zu erreichen. Dafür müssen mehrere von ihnen regelmäßig gewechselt werden. Etwa drei Mal im Jahr wird ein Amalgam-Einwegbehälter im Durchschnitt gewechselt. Sollte dies viel öfter der Fall sein, kann es vor allem am Prophylaxe-Pulver liegen, von dem 30 Kilogramm jährlich verbraucht werden und im Saugsystem landen.

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Die Entsorgung von Abwasser aus Behandlungsplätzen in Zahnarztpraxen unterliegt strengen Richtlinien. Die gesetzliche Grundlage stellt die Abwasserverordnung Anhang 50 Zahnbehandlung. Immerhin besteht Amalgam zu etwa 50 Prozent aus Quecksilber. Gefüllte Amalgambehälter werden deshalb von autorisierten Entsorgern direkt in der Praxis abgeholt.

In der Vergangenheit war es üblich, Behälter für Amalgamabscheider einzusetzen, die bereits mehrmals verwendet wurden. Dies führte zu nicht sicherzustellender Keimfreiheit der aufbereiteten Behälter sowie möglichen Dichtigkeits- und Funktionsproblemen. Denn beim Verwenden der aufgearbeiteten Behälter war nicht gewährleistet, dass die Dichtungen unbeschädigt und die Behälter dicht sind. Es konnte zum Austritt von kontaminierter Flüssigkeit oder Amalgamschlamm kommen.

Auffangbehälter von Amalgamabscheidern nur einmal verwenden

Deshalb gilt: die Auffangbehälter von Amalgamabscheidern sollten nur einmal verwendet werden. Neue Amalgam-Auffangbehälter können über den dentalen Fachhandel bestellt werden. Um die Infektionsgefahr beim Wechsel der Amalgam-Auffangbehälter so gering wie möglich zu halten, kann die Sauganlage, unter Beachtung der Einwirkzeit, am Abend vor dem Wechsel gereinigt und desinfiziert werden (beispielsweise mit Orotol plus von Dürr Dental). Ihr solltet auf jeden Fall darauf achten, dass eine Desinfektion erfolgt. Dadurch wird die Infektionsgefahr deutlich verringert.

Schutzkleidung tragen bei Entsorgung von Amalgamabfällen

Eine weitere Vorsichtsmaßnahme ist das Tragen persönlicher Schutzausrüstung (PSA) beim Behälterwechsel. Dazu gehören flüssigkeitsdichte Handschuhe, Schutzbrille und Schutzkittel. Gerade die Schutzbrille ist wichtig. Die vollen Amalgam-Einwegbehälter müssen nach dem Wechsel fest verschlossen werden. Auf keinen Fall dürfen die Inhalte in andere Behälter umgefüllt werden.

Der Wechsel und die gesetzeskonforme Entsorgung des gefüllten Amalgam-Auffangbehälters müssen außerdem im Betriebsbuch des Amalgamabscheiders dokumentiert werden. Ist der Behälter dann richtig ausgewechselt, verschwindet das Piepen und es kann weitergearbeitet werden.


Praxis-Tipp von Dr. Martin Koch, Leiter der Technischen Akademie bei DÜRR DENTAL



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