Das glauben viele Patienten noch immer

9 Mythen über Zähne

In jeder Schwangerschaft verliert man einen Zahn. Dieser und viele andere Mythen über Zähne sind weit verbreitet.

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Tagtäglich gibst Du Deinen Patienten die besten Tipps für eine optimale Mundhygiene. Aber musstest Du Ihnen auch schon völlig falsche Vorstellungen über Zähne aus den Köpfen reden? Viele Märchen und Mythen rund um das Thema Zähne und Zahngesundheit sind weit verbreitet. Wir haben die neun häufigsten Mythen für Dich zusammengefasst.

Mythos 1: Je weißer die Zähne, desto gesünder

Das muss nicht unbedingt der Fall sein. Natürlich sind blendend weiße Zähne ein Hingucker. Das heißt aber nicht automatisch, dass sie auch gesünder sein müssen. Wird zum Beispiel ein Bleaching nicht fachgerecht durchgeführt, kann so der Zahnschmelz geschädigt werden. Dadurch steigt das Risiko für Karies.

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Mythos 2: Viel hilft viel

Nein. Es kommt nicht darauf an, besonders viel Zahnpasta zu verwenden und bei jeder Gelegenheit die Zähne zu putzen. Für eine optimale Mund- und Zahngesundheit reicht es aus, die Zähne täglich zweimal für zwei drei Minuten zu putzen. Außerdem sollten Zahnseide und Interdentalbürsten verwendet werden. Hat Dein Patient säurehaltige Lebensmittel zu sich genommen, sollte er darüber hinaus mit dem Zähneputzen eine halbe Stunde nach dem Verzehr warten. Sonst kann der Zahnschmelz angegriffen werden.

Auch der Druck beim Zähneputzen darf nicht zu groß sein. Viele Patienten glauben, je fester sie drücken und schrubben, desto sauberer sind ihre Zähne. Ist der Druck aber zu groß, kann das Zahnfleisch verletzt werden. Also lieber die richtige Putztechnik anwenden.

Mythos 3: Welche Zahnpasta ist doch egal

Auch falsch. Es gibt verschiedene Zahncremes für verschiedene Ansprüche. Kinder benötigen eine andere Zahnpasta mit einem niedrigeren Fluoridgehalt als Erwachsene. Hat Dein Patient empfindliche Zähne, sollte er außerdem eine Zahnpasta mit einem hohen RDA-Wert, der den Abrieb angibt, meiden.

Mythos 4: Kaugummikauen ersetzt das Putzen

Zuckerfreie Kaugummis können eine sinnvolle Ergänzung für die Zahnpflege sein. Durch sie wird der Speichelfluss angeregt und dadurch können Bakterien schneller abtransportiert werden. Aber sie ersetzen nicht das tägliche Zähneputzen.

Mythos 5: „Zuckerfrei“ heißt, da ist wirklich kein Zucker drin

Nur weil auf manchen Nahrungsmitteln „ohne Zucker“ oder „zuckerfrei gesüßt“ steht, heißt das nicht zwangsläufig, dass sie keinen Zucker enthalten. Statt Zucker können sie nämlich Glukose (Traubenzucker), Glukosesirup, Fruktose (Fruchtzucker), Laktose (Milchzucker) und Maltose (Malzzucker) enthalten. Diese Stoffe können auch schädlich für die Zähne sein und Karies fördern.

Mythos 6: Zähne direkt nach dem Essen putzen ist ideal

Nicht unbedingt. Wenn man säurehaltige Lebensmittel zu sich genommen hat, sollte man 20 Minuten mit dem Zähneputzen warten. Denn durch die Säure in den Lebensmitteln kann der Zahnschmelz weich und durch das unmittelbare Putzen angegriffen werden. Trotzdem ist das Zähneputzen natürlich einer der wichtigsten Faktoren der Zahnpflege.

Mythos 7: Jede Schwangerschaft bedeutet Zahnverlust

Auch das kann nicht pauschal so gesagt werden. Es stimmt zwar, dass in der Schwangerschaft das Immunsystem anfälliger ist und sich somit Bakterien – auch im Mundraum – leichter ausbreiten können. Dadurch kann es zu Entzündungen des Zahnfleischs und im schlimmsten Fall zum Zahnverlust kommen. Aber mit einer gründlichen Zahnpflege kann man trotzdem gut vorbeugen und die Zähne behalten.

Mythos 8: Milchzähne brauchen keine Zahnpflege

Falsch. Viele Eltern glauben, dass Milchzähne nicht besonders gepflegt oder geputzt werden müssen. Denn sie fallen sowieso aus und die bleibenden Zähne sind viel wichtiger. Doch das ist ein Trugschluss. Kommt es beispielsweise bei Milchzähnen bereits zu Karies oder tiefgreifender Parodontitis, können sich die Bakterien ausbreiten und somit auch die bleibenden Zähne befallen. Außerdem kann es zu Zahnfehlstellungen kommen, wenn ein kariöser Milchzahn verfrüht ausfällt und bleibende Zähne in einer nachteiligen Position durchbrechen.

Mythos 9: Apfel essen statt Zähne putzen

Zwar sind Äpfel aufgrund ihrer Vitamine und Mineralstoffe gesund, aber das Zähneputzen ersetzen sie nicht. Durch das Kauen kann es nur zu einer geringfügigen Reinigung der Zähne kommen. Außerdem enthalten Äpfel Säure und Fruchtzucker, die den Zahnschmelz direkt angreifen und Zahnbelag verursachen.


Tipp: Wusstest Du alles schon? Dann haben wir hier für Dich 5 verblüffende Fakten über Zähne, die Du garantiert noch nicht kanntest!



Online-Volontärin im Deutschen Ärzteverlag. Unterstützt die zahnmedizinischen Webportale und Social-Media-Kanäle.

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