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Entwicklung der Adhärenz beim Patienten

Neue Möglichkeiten durch elektrische Zahnbürsten

Entwicklung der Adhärenz beim Patienten

Durch die Interaktion über das Display kann eine emotionale Bindung zum Patienten aufgebaut werden.

Copyright © Oral-B

Zu einer optimalen Mundhygiene gehört nicht nur die richtige Zahnbürste, sondern auch die Anwendung des empfohlenen Putzverhaltens. Viele Patienten schaffen es aber nur selten, die in der Praxis erlernten Fähigkeiten im Alltag beizubehalten – Adhärenz lautet hier das Stichwort. Die elektrische Zahnbürste kann den Patienten dabei unterstützen, die Motivation aufrecht zu erhalten und die Putzgewohnheiten zu optimieren. DENTAL team sprach dazu mit Zahnarzt Daniel Grotzer, Professional & Scientific Relations DACH bei Procter & Gamble, und Dr. Kathrin Heidenreich, Senior Scientist Forschung & Entwicklung Oral-B.

Warum ist die Adhärenz in der Prophylaxe ein so wichtiger Aspekt?

Daniel Grotzer: Karies, vor allem aber Parodontalerkrankungen, darf man getrost als Volkskrankheiten bezeichnen. Und wir wissen heute, dass gerade die Parodontitis einen großen Einfluss auf die Allgemeingesundheit hat, denken wir nur an die Verbindung dieser Erkrankung mit Diabetes mellitus, mit Herz- und Kreislauferkrankungen oder ihren Einfluss auf die Schwangerschaft. Eine gute und effektive Mundhygiene ist bei der Therapie und natürlich auch bei der Prävention eine absolute Notwendigkeit. Teile der Zähne und oralen Strukturen werden nur unzureichend oder gar nicht gereinigt. Eine besondere Herausforderung besteht dabei vor allem im Durchbrechen alter Putzgewohnheiten: Selbst hochmotivierte Patienten verfallen kurz nach der Mundhygieneinstruktion in der Zahnarztpraxis schnell wieder in alte Verhaltensmuster zurück. Meist stammen diese erlernten Putzmuster sogar noch aus der Kindheit. Eine solche Prägung ist extrem schwer zu verändern. Hier möchten wir die Patienten bei der Entwicklung einer täglichen Routine unterstützen. Denn nur, wenn die Motivation von innen heraus stammt, kann man sein eigenes Verhalten langfristig zum Positiven verändern. Deshalb ist aktive Teilnahme, die Entwicklung der Adhärenz, so immens wichtig.

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Wie kann beim Patienten ein Bewusstsein für die Bedeutung präventiver Maßnahmen geschaffen werden?

Grotzer: Zuallererst ist die Aufklärung über das Thema wichtig. Wir müssen ein Bewusstsein schaffen für die Wichtigkeit der Mundhygiene. Das Wissen über die teils schwerwiegenden Folgen für die eigene Gesundheit bei schlechter Mundpflege ist der erste Schritt zur Aufmerksamkeit. Dann natürlich müssen wir die richtigen und effektiven Wege zur regelmäßigen Zahnpflege lernen, um die so wichtige tägliche Routine zu entwickeln. Und hier leisten die Zahnarztpraxen mit ihren engagierten Expertinnen und Experten eine kaum zu überschätzende Arbeit – jeden einzelnen Tag.

oral-b iO daniel Grotzer

Dr. Daniel Grotzer, Professional & Academic Relations Manager DACH

Copyright © Oral-B

Diese in der Praxis erlernten Fähigkeiten gilt es nun ins heimische Badezimmer herüberzuretten. Und hier kann die richtige elektrische Zahnbürste immens helfen. Das beginnt schon beim Design. Wenn mir ein Produkt gut gefällt, es gut in der Hand liegt, die Haptik des Materials hochwertig ist, dann nehme ich eine solche Zahnbürste auch lieber zur Hand und räume sie nicht in die hinterste Ecke in einer Schublade. Ich verlange vom Design einer Zahnbürste heute, dass sie zur wohlüberlegten Einrichtung meines Badezimmers passt. Schon hier setzt die Oral-B iO neue Maßstäbe. Des Weiteren lernen wir alle viel effektiver durch positive Verstärkung. Wir wollen nicht ständig hören, was wir nicht können, sondern auf unserem Weg durch konstruktives Feedback bestärkt werden. Hier setzt nun die iO mit vielen unterschiedlichen Features an, sei es die interaktive Andruckkontrolle oder das direkte Feedback über ein Display.

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Wie kann ich dem Patienten vermitteln, dass die elektrische Zahnbürste Vorteile im Biofilmmanagement hat?

Grotzer: Hierzu spricht die Studienlage eine eindeutige Sprache: die Wissenschaft bestätigt in einer Vielzahl von Studien, dass elektrische Zahnbürsten bis zu 100% mehr Plaque entfernen, als herkömmliche Handzahnbürsten1. Lassen Sie mich ein Ergebnis aus einer sehr beeindruckenden Langzeitstudie herausgreifen, die in ihrer Art bisher einzigartig ist: Die langfristige Verwendung elektrischer Zahnbürsten verlangsamt das Fortschreiten von Parodontalerkrankungen und hilft, Zahnverlust zu vermeiden. Wie aus einer 11-jährigen Beobachtungsstudie hervorgeht, die von der Universität Greifswald im Journal of Clinical Periodontology veröffentlicht wurde, profitieren Patienten, die eine elektrische Zahnbürste verwenden, von 20% weniger Zahnverlust als diejenigen, die eine manuelle Zahnbürste verwenden2.

Auch eine neue Metaanalyse von Procter & Gamble, die kürzlich im American Journal of Dentistry veröffentlicht wurde, beinhaltet zwei Untersuchungen zur Mundgesundheit: Mit den Daten von 2.145 Teilnehmern wurden die Auswirkungen von oszillierend-rotierenden (OR)Zahnbürsten auf die allgemeine Zahnfleischgesundheit im Vergleich zu Schall- und Handzahnbürsten betrachtet. Hierzu wurden Studien aus einem Zeitraum von 10 Jahren untersucht. Eine weitere Analyse von 2.551 Teilnehmern aus demselben Zeitraum testete die verschiedenen Zahnputztechnologien in Bezug auf effektive Plaquereduktion.1 Die Ergebnisse, die sich bei Anwendern von OR-Zahnbürsten zeigten, waren bei beiden Studien überzeugend. Studienteilnehmer, die eine OR-Zahnbürste von Oral-B verwendeten, wiesen im Review von 11 klinischen Studien zur Beurteilung der Gingivagesundheit 28 Prozent weniger Blutungsherde auf – verglichen mit Anwendern, die mit einer Schallzahnbürste putzten. Zudem ging aus der Untersuchung hervor, dass die Verwendung von OR-Zahnbürsten, im Vergleich zu herkömmlichen Handzahnbürsten, zu einer um 20 Prozent größeren Plaquereduktion führt1.

Aber nichts geht doch über das eigene Erleben: Oral-B bietet mit dem sogenannten TestDrive-Verfahren die Möglichkeit, die beste Oral-B-Technologie direkt in der Zahnarztpraxis zu testen. So lässt sich das einzigartige Gefühl glatter Zähne direkt erfahren.

Wie der Patient mit der elektrischen Zahnbürste putzen sollte, kann ihm in der Prophylaxesitzung gezeigt werden. Wie hilft ihm der intelligente Drucksensor zu Hause richtig zu putzen?

Grotzer: Viele Patienten putzen mit zu viel Druck. Dies stellt eine Gefahr für das Zahnfleisch dar. Hier sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der meiste Druck noch immer mit einer Handzahnbürste aufgebracht wird. Der Drucksensor bei einer elektrischen Oral-B-Zahnbürste hat auch bisher schon vor zu festem Druck gewarnt und die Bürste in einen Sensitiv-Modus geschaltet. Allein durch dieses Feedback ändern Anwender schon nach kurzer Zeit ihr Verhalten3. Es gibt aber auch Patienten, die zu wenig Druck verwenden. Die neue intelligente Andruckkontrolle zeigt nun exakt den Bereich des optimalen Putzdrucks an, indem sie bei optimalem Druck grün und bei zu starkem Druck rot leuchtet. Auch hier haben wir wieder eine positive Verstärkung, welche unsere Adhärenz verstärkt.

Welche Rolle können die Smileys im Handstück der Oral-b iO bei der Motivation der Patienten für das zweimalige Zähneputzen für 2 Minuten spielen?

Dr. Kathrin Heidenreich: Trotz aller bisherigen Innovationen im Bereich der elektrischen Zahnbürsten ist nach wie vor eine der größten Herausforderungen, angelernte Putzgewohnheiten der Patienten zu verändern, um das Putzergebnis zu verbessern. Denn zu einer optimalen Mundhygiene gehört nicht nur die richtige Zahnbürste, sondern auch das empfohlene Putzverhalten. Durch das unmittelbare Feedback und die Motivation durch die Oral-B iO Zahnbürste wollen wir das Zähneputzen von einer lästigen Pflicht in ein angenehmes Putzerlebnis verwandeln und somit eine positive Verhaltensänderung der Nutzer herbeiführen.

Das neue integrierte OLED-Display ermöglicht eine einfache Navigation mit vielen Personalisierungsmöglichkeiten. Durch die Interaktion über das Display kann eine emotionale Bindung zum Nutzer aufgebaut werden: Beim Einschalten der Bürste wird der Nutzer freundlich zur täglichen Zahnpflege begrüßt. Der visuelle Timer zeigt die empfohlene Putzdauer von 2 Minuten an. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Putzvorgang belohnt die iO Zahnbürste ihren Nutzer mit einem freundlichen Lächeln. Sollte nicht lange genug geputzt worden sein, ist die Bürste dementsprechend „traurig“. Die unterschiedlichen Smileys motivieren den Nutzer nachhaltig zu einer bestmöglichen Zahnpflege. Dadurch wird die tägliche Zahnputzroutine weniger als lästige Pflicht und eher als ein Vergnügen wahrgenommen.

Welche weiteren Features bietet die Oral-B iO, um die Motivation der Patienten für das mechanische Reinigen mit elektrischer Zahnbürste anzusprechen?

Heidenreich: Die neue Oral-B iO ermöglicht ein angenehm leises Putzerlebnis, die Reinigung ist dabei gleichzeitig effektiv und sanft. Oral-B setzt hierbei erstmalig auf ein innovatives magnetisches Antriebssystem: Dieses reduziert die innere Reibung und überträgt die Energie sanft und präzise bis in die Borstenspitzen, dort wo sie am meisten gebraucht wird. Zusätzlich zu der oszillierenden-rotierenden Bewegung des Bürstenkopfes werden sanfte Mikrovibrationen erzeugt. Diese ermöglichen es der Bürste, sanft von Zahn zu Zahn zu gleiten.

Das einfach zu bedienende, interaktive OLED-Display direkt am Handstück der Oral-B iO ermöglicht eine unkomplizierte Navigation durch die technischen Anwenderhilfen und ermöglicht dem Nutzer größtmögliche Personalisierung: von der Begrüßung über die Auswahl der Putzmodi, die Anzeige des Ladezustandes oder die individuelle Farbeinstellung bis hin zu einer Erinnerung, wenn der Bürstenkopf gewechselt werden sollte.

Der neue intelligente Drucksensor sorgt für zusätzlichen Schutz des Zahnfleisches, indem er den Nutzern anleitet, den optimalen Druck beim Putzen zu verwenden. Der Sensor warnt bei zu starkem Druck mit rotem Licht und leuchtet Grün, wenn der Nutzer den optimalen Druck verwendet. Die Wirksamkeit des in enger Zusammenarbeit mit Zahnärzten weiterentwickelten, bewährten runden Bürstenkopfs wird so maximiert, um eine überlegene Reinigung für gesunde Zähne und Zahnfleisch zu gewährleisten.

Welche Hilfen bietet die Oral-B App im Zusammenspiel mit einer elektrischen Zahnbürste für die Adhärenz der Patienten?

Adhärenz

Dr. Kathrin Heidenreich, Senior Scientist Forschung & Entwicklung Oral-B

Copyright © Oral-B

Heidenreich: Die Oral-B App verbessert nachweislich die Zahnputzgewohnheiten ihrer Nutzer, indem sie z.B. dem Nutzer dabei hilft, die richtige Zahnputzdauer von 2 Minuten einzuhalten. Studien haben gezeigt, dass Nutzer, welche die App verwenden, im Durchschnitt 2:27 Minuten putzen – im Vergleich zum deutschlandweiten Durchschnitt von unter einer Minute ein durchaus ansehnlicher, erfreulicher Wert. Zusätzlich besitzt die Oral-B iO eine Positions- und Künstliche Intelligenz-unterstützte Putztechnikerkennung für eine ganzheitliche Reinigung im Mund. Die iO Serie 9 erkennt live dreidimensional 16 unterschiedliche Zahnflächen und unterstützt so durch eine bildliche Darstellung in der App für verbesserte Zahnputzergebnisse. Somit fungiert die Oral-B iO in Kombination mit der App quasi als GPS für den Mund und sorgt dafür, dass alle Zahnflächen gleichmäßig geputzt werden!

Grundsätzlich gilt: Für die richtige Zahnpflege ist es wichtig, dass Patienten ihre individuellen Bedürfnisse kennen und ihr Putzverhalten als Ausgangspunkt für neue Routinen in der täglichen Mundpflege nutzen können. Bei der großen Auswahl zahnmedizinischer Produkte, die den Patienten bei einer optimalen Mundhygiene unterstützen, ist es wichtig, dass sich der Patient bei der täglichen Routine wohlfühlt, sodass die professionelle Zahnpflege auch im eigenen Heim spielerisch gelingen kann.

 

Literatur:

[1] Grender J, Adam R, Zou Y. The effects of oscillating-rotating electric toothbrushes on plaque and gingival health: A meta-analysis. Am J Dent. 2020. Feb;33(1):3-11. Die Meta-Analyse beschränkte sich auf randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit oszillierend-rotierenden Zahnbürsten, die zwischen 2007 und 2017 durchgeführt wurden.

[2] Pitchika V, Pink C, Völzke H, Welk A, Kocher T, Holtfreter B. Long-term impact of powered toothbrush on oral health:11-year cohort study. J Clin Periodontol. 2019. doi: 10.1111/jcpe.13126. 

[3] Janusz et al. JCDP 2008



Volontariat bis 2006 bei der Magdeburger Volksstimme, seit 12/2006 im Deutschen Ärzteverlag als Fachredakteur. "Gründungsredakteur" und verantwortlicher Redakteur von DENTAL team.

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