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Viele offene ZFA-Stellen – liegt’s am Geld?...

Fachkräftemangel in Zahnarztpraxen

Viele offene ZFA-Stellen – liegt’s am Geld?

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In vielen Zahnarztpraxen fehlen Kolleginnen. Obwohl der Ausbildungsberuf der Zahnmedizinischen Fachangestellten beliebt ist, klagen Arbeitgeber über zu wenige qualifizierte Fachkräfte. Der Verband medizinischer Berufe (VmF) sieht einen Hauptgrund für diese Entwicklung in der fehlenden Tarifbindung.

Als ausgebildete ZFA ist es heute theoretisch kein Problem, einen Job zu finden. Die Arbeitslosenquote liegt 75 Prozent niedriger als noch vor 13 Jahren. Es gibt aktuell laut Bundesarbeitsagentur rund 4.220 arbeitslose Zahnmedizinische Fachangestellte, dem stehen deutschlandweit rund 5.600 gemeldete freie ZFA-Stellen gegenüber. Es gibt also mehr als genug freie Stellen – doch wie Ihr vielleicht aus eigener Erfahrung wisst, haben die Praxischefs Probleme, sie zu besetzen. Der Fachkräftemangel wird immer deutlicher sichtbar. Laut Verband medizinischer Fachberufe liegt der Fachkräftemangel vor allem an der “mangelnden Attraktivität des Berufs für ausgelernte Kräfte”. Ein wesentlicher Punkt sei die fehlende Tarifbindung. Auch das dürfte Euch nicht neu sein.

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Flächendeckender ZFA-Tarifvertrag fehlt

Für Zahnmedizinische Fachangestellte gibt es nur einen Tarifvertrag für die Kammerbereiche Hamburg, Hessen, Saarland und Westfalen-Lippe. “In allen anderen Kammerbereichen bleibt es den ZFA selbst überlassen, ihr Verhandlungsgeschick im Gehaltsgespräch unter Beweis zu stellen. Viele verlassen daher den Beruf. Denn sie finden fast überall bessere Arbeitsbedingungen“, sagt Sylvia Gabel, Referatsleiterin ZFA im VmF.

Ein Thema, das der Verband auch auf der gerade zu Ende gegangenen IDS in Köln mit den angereisten ZFA diskutierte. “Viele ZFA haben uns erklärt, dass sie nicht nachvollziehen können, warum die Zahnärzteschaft nicht bereit ist, einen bundesweiten Tarifvertrag ab- bzw. sich dem vorhandenen Vertrag anzuschließen”, berichtet Hannelore König, geschäftsführende Vorsitzende des VmF, von den Diskussionen am IDS-Stand. Umgekehrt bedeutet die heutige Lage am Arbeitsmarkt aber auch: Wer sich bereits in seinem Job etabliert hat, hat eine gute Basis, mit dem Arbeitgeber zu verhandeln egal, ob es um mehr Gehalt oder ein besseres Arbeitszeitmodell geht.

ZFA-Ausbildung in der Praxis verbessern

Nicht vergessen werden sollte aber: Eigentlich ist die Ausbildung zur ZFA bei jungen Frauen beliebt. Zwischen 1. Oktober 2017 und 30. September 2018 wurden bundesweit etwas mehr als 14.000 Ausbildungsverträge geschlossen. Allerdings werden Ausbildungen oft angefangen und schnell wieder abgebrochen.

Ihr im Praxisteam solltet deshalb gemeinsam überlegen, wie neue Azubis ins Team integriert werden können. Wird die Ausbildung gut organisiert? Fühlt sich das neue Teammitglied wohl, ist es weder über- noch unterfordert? Hat der/die Auszubildende Gelegenheit, während der Arbeitszeit das Berichtsheft zu führen? Wenn Ihr auf diese Punkte achtet, könnt Ihr Eure Praxis zu einer attraktiven Arbeitsstelle für junge Kollegen machen. Und wer mit der Ausbildung zufrieden ist, bleibt sicher auch nach dem Abschluss gerne in der Praxis. Das zahlt sich dann fürs ganze Team aus: schließlich wird mit jeder Hand mehr der Stress des Einzelnen reduziert.

Natürlich ist aber nicht zuletzt die Höhe des Gehalts ein entscheidender Faktor. Wichtig ist, dass Eure Chefs verstehen, wie wertvoll heutzutage gut ausgebildete Fachangestellte sind. Darüber solltet Ihr Euch selbst im Klaren sein und dann auch ein gesundes Selbstbewusstsein ausstrahlen.



Silja Elfers arbeitet als Redakteurin in der Redaktion Medizin / Zahnmedizin des Deutschen Ärzteverlags.

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