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So stark beeinflussen Mütter ihre Kinder

Vorbild in der Zahnhygiene

So stark beeinflussen Mütter ihre Kinder

Bezugspersonen, insbesondere Mütter, haben einen großen Einfluss auf die Zahngesundheit von Kindern.

Copyright © Tatyana Tomsickova - stock.adobe.com

Mütter beeinflussen ihre Kinder in vielerlei Hinsicht. Eine brasilianische Studie belegt, wie stark sich das mütterliche Verhalten auch auf die Zahngesundheit und das Risiko von Karies auswirkt.

Eltern und auch andere Bezugspersonen haben einen großen Einfluss auf die Verhaltensweisen ihrer Schützlinge. Kinder lernen von dem Verhalten, das ihnen vorgelebt wird und adaptieren gewisse Züge für sich. Da Mütter häufig die Hauptbezugspersonen sind, ist besonders ihr Verhalten prägend für ein Kind. So haben schon mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen der Mundgesundheit der Kinder und der ihrer Eltern festgestellt. Eine aktuelle Studie aus Brasilien (Oktober 2018) untersuchte hierzu nun, in welchem Zusammenhang das Verhalten der Mutter mit dem Kariesvorkommen bei ihren Kindern steht.

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An der Studie nahmen insgesamt 1.122 Kinder im Alter von fünf Jahren teil. Sie wurden zahnmedizinisch untersucht, der Kariesindex (dmfs-Index) wurde bestimmt und die Mütter wurden zu ihrem Mundgesundheitsverhalten befragt. Wie oft putzen sie sich die Zähne? Haben Sie Angst vor Zahnbehandlungen? Wie oft gehen sie zum Zahnarzt? Bewertet wurde auch der sozialökonomische Status zum Zeitpunkt der Geburt und den Bildungsgrad der Mutter.

Von den teilnehmenden Kindern besaßen 48,3 Prozent bereits zerstörte, fehlende oder gefüllte Milchzähne bei einem mittleren dfms von 4,1. Den höchsten Anteil am dfms-Index trugen zerstörte Zahnoberflächen bei, danach Zahnfüllungen und zuletzt fehlende Zähne.

Einfluss auf kindliche Mundgesundheit und Kariesrisiko

Der sozioökonomische Status der Mutter übt einen direkten Einfluss auf die Karieserfahrung des Kindes aus. Je geringer das Familieneinkommen und der Bildungsgrad der Mutter, desto größer ist die Karieserfahrung des Kindes. Auch regelmäßige Besuche beim Zahnarzt können nicht gegen das Kariesrisiko ankämpfen, wenn sich das Kind die Zähne seltener als zwei Mal täglich putzt.

Die Verhaltensweise der Mutter hingegen hat einen indirekten Einfluss auf das Kariesrisiko und die Mundgesundheit. Zahnarztbesuche von Mutter und Kind sind häufig aneinander gekoppelt und ebenso die Angst vor dem Zahnarzt. Ein Kind zeigt eher Angst vor einem Besuch beim Zahnarzt, wenn es auch bei der Mutter merkt, dass sie dort nicht gern hingeht. Auch die Frequenz des Zähneputzens der Mutter wirkt sich auf die des Kindes aus. Diese nimmt wiederum Einfluss auf die Karieserfahrung des Kindes, so wie auch die Häufigkeit der Zahnarztbesuche.

Auch wenn die Verhaltensweisen einer Mutter nur einen indirekten Einfluss auf die Karieserfahrung ihres Kindes haben, zeigt diese Studie, dass Prophylaxebehandlungen bei Kindern an die Mutter gekoppelt sein sollten. Zeigt die Mutter eine bessere Adhärenz, verbessert sich auch die Mundgesundheit des Kindes.


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Karies bei Kindern ist bildungsabhängig



Lexikon



Marina Görtz ist Volontärin in der Redaktion Medizin und Zahnmedizin des Deutschen Ärzteverlags.

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