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Warum mehr junge Männer ZFA werden sollten

Ausbildungs-Aktionstag "Boys' Day"

Warum mehr junge Männer ZFA werden sollten

Ein Mann an der Anmeldung ist in Zahnarztpraxen immer noch ein seltener Anblick.

Copyright © Böll/DÄV

Mädchen auf der Baustelle, Jungs in der Kita: Am 28. März ist Girls’ Day bzw. Boys’ Day. Das ist jedes Jahr der Tag, an dem Jugendliche in verschiedene Berufe hinein schnuppern können – und zwar jenseits der typischen Klischees von “Frauen-” und “Männerjobs”. Für Eure Zahnarztpraxis kann das eine Chance sein, einen Auszubildenden zu gewinnen.

Der ZFA-Beruf gilt als typischer Frauenberuf. Fakt ist: Die Ausbildung zum ZFA steht bei männlichen Schulabgängern auf der Wunschliste selten weit oben. Aber trotzdem: Gab es noch im Jahr 2000 nur 50 Männer in der ZFA-Ausbildung, waren es 2017 mehr als zehnmal so viele, nämlich 522, heißt es von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Immerhin – auch wenn diese Zahl bei insgesamt mehr als 14.000 neuen Ausbildungsverträgen (Ausbildungsjahr 2018/2019) immer noch kaum ins Gewicht fällt. Aktuell sind nur 1,6 Prozent aller ZFA-Auszubildenden männlich – auf der Berufeliste zum Boys’ Day steht der Beruf damit an dritter Stelle der “weiblichsten” Jobs: Nur bei den Kosmetikern (0,7 Prozent) und den Entbindungshelfern (männliche Hebammen, 0,1 Prozent) ist der Männeranteil noch geringer.

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Gute Entwicklungsmöglichkeiten für Männer und Frauen

„Junge Männer sind explizit ermuntert, sich diesen interessanten Beruf genauer anzuschauen. Mit Computertechnik ist zudem ein neuer Drive in diesen Beruf gekommen, den die weiblichen Auszubildenden längst souverän handhaben. Wir wollen alle Jugendlichen anregen, Rollenklischees einfach zu hinterfragen“, erklärt BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel.

Gerade für Jugendliche mit Hauptschulabschluss bieten die Zahnarztpraxen bessere Entwicklungschancen als viele andere Berufe. Die BZÄK weist zum Boys’ Day auf die guten Fortbildungsmöglichkeiten hin: Neben dem/r Zahnmedizinischen Fachassistenten/in (ZMF) werden Fortbildungen auf unterschiedlichem Level angeboten, im Bereich Prophylaxe zum/r Zahnmedizinischen Prophylaxeassistent/in (ZMP) oder Dentalhygieniker/in (DH), im Bereich Verwaltung zum/r Zahnmedizinischen Verwaltungsassistent/in (ZMV) sowie in Westfalen-Lippe zusätzlich die Fortbildung zum/r Betriebswirt/in Management im Gesundheitswesen.

Boys’ Day kann Praxen helfen, Auszubildende zu finden

Für die Praxen kann der Boys’ Day eine Chance sein, einen Auszubildenden zu gewinnen: Auf der Webseite www.boys-day.de könnt Ihr Eure Praxis eintragen, wenn Ihr zum Boys’ Day einen ZFA-Schnuppertag anbieten möchtet. Interessierte Jungen können dann auf einer Karte nach Angeboten in ihrer Region suchen und Eure Praxis finden.

Angebote für Mädchen bzw. geschlechtsneutrale Angebote lassen sich allerdings nicht eintragen: Die Aktion ist speziell darauf ausgelegt, Jugendliche für Berufe zu gewinnen, in denen das eigene Geschlecht unterrepräsentiert ist. Deshalb sollen die jungen Frauen am Girls’ Day eher technische Berufe kennenlernen, in denen es teilweise gar keine weiblichen Auszubildenden gibt.

Einer, der es seit seiner Ausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten weit gebracht hat, ist Gianni Jovanovic. Er hat inzwischen ein eigenes Bleaching-Studio in Köln und absolviert ein Bachelor-Studium zum Dentalhygieniker. DENTAL team hat mit ihm darüber gesprochen, wie es ist, als Mann in einem Frauenberuf zu arbeiten.



Stefanie Hanke ist Redakteurin und veröffentlicht regelmäßig Beiträge auf Dental team online.

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