Folgen von Smartphone und Social Media

Smartphone-Nutzer haben mehr Bruxismus

Wer immer erreichbar ist, leidet laut Studie häufiger unter Bruxismus.

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Welchen Einfluss hat die ständige Erreichbarkeit mittels Smartphone oder über Social Media auf uns und unsere Zähne? In einer aktuellen Studie stellten israelische Forscher fest, dass eine häufige Smartphone-Nutzung mit mehr Bruxismus einhergeht – und nicht nur das.

Ob Facebook, Instagram, Twitter, TikTok oder WhatsApp – auf unseren Smartphones sind wir mittelweile fast immer und überall erreichbar und können durch die Social Media-Kanäle surfen. Doch welche Auswirkungen hat diese Smartphone-Nutzung auf uns? Dieser Frage gingen nun israelische Forscher nach und untersuchten die Folgen ständiger Erreichbarkeit auf Stress, Müdigkeit, temporomandibuläre Dysfunktionen (TMD) und Brusxismus.

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Unterschiedliche Smartphone-Nutzung

Insgesamt nahmen 600 Probanden zwischen 18 und 35 Jahren an der Studie der Tel Aviv University School of Dental Medicine teil. Die Forscher teilten sie in drei Gruppen auf:

  • Gruppe 1: ultraorthodoxe Jüdinnen und Juden, die zwar ein Mobiltelefon besitzen, dieses aber keinen Internetzugang hat.
  • Gruppe 2: All diejenigen, die ein Smartphone besitzen, dies aber nur für berufliche Zwecke verwenden
  • Gruppe 3: Junge Erwachsene, die das Smartphone privat nutzen und unbegrenzten Zugriff auf Social Media-Kanäle, Nachrichtendienste und Spiele haben

Durch einen Fragebogen analysierten die Forscher den Gesundheitszustand der Probanden. Schmerzen im Kiefer, vor den Ohren und im Schläfenbereich sollten dabei auf TMD hinweisen. Auch die Art des Schmerzes war Teil der Fragen. Außerdem unterteilten die Forscher Bruxismus in Schlaf- und Wachbruxismus. Diesbezüglich zogen sie auch Äußerungen Dritter zu etwaigem nächtlichen Zähneknirschen der Probanden hinzu.

Mehr Bruxismus, TMD und Schlafstörungen

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass in der Gruppe zwei und drei 45 Prozent der Smartphone-Nutzer an Bruxismus leiden (24 Prozent Wachbruxismus, 21 Pozent Schlafbruxismus). 29 Prozent gaben darüber hinaus an, Schmerzen im Bereich der Kiefermuskulatur zu haben.

Dagegen berichteten nur 14 Prozent der Probanden aus Gruppe eins von TMD und auch nur 14 Prozent von Bruxismus. Davon waren sechs Prozent primär Schlafbruxismus und 8 Prozent Wachbruxismus.

Außerdem beschrieben 54 Prozent aller Smartphone-Nutzer mäßige bis häufige Schlafstörungen mit nächtlichem Erwachen. Bei der Gruppe eins gaben das nur 20 Prozent an. Die Hälfte der Probanden der Gruppe drei fühlte sich zudem mittel bis stark durch das Handy gestresst (Gruppe eins im Vergleich 22 Prozent).

Klarer Zusammenhang zwischen Smartphone und Bruxismus

Die Forscher konstatieren anhand ihrer Studie einen Zusammenhang zwischen exzessiver Smartphone-Nutzung und Schlafstörungen. Dadurch entwickelten sich Müdigkeit, Kieferschmerzen, Verspannungen und Zähneknirschen. Die körperlichen Symptome durch Stress und Angst könnten laut Wissenschaftler auch zu Schäden an der Zahnhartsubstanz und den Kiefergelenken führen. Gerade das Gefühl, nichts verpassen zu wollen, führe heutzutage zu einer wachsenden Abhängigkeit von Smartphones, was wiederum Angst- und Stressgefühle auslöse.

Dennoch geben die Forscher zu bedenken, dass kulturelle Unterschiede und Lebensstile zwischen den religiösen und weltlichen Gruppen limitierende Faktoren darstellen. Trotzdem zeige sich deutlich, dass Smartphone-Nutzer häufiger unter Bruxismus, TMD und Schlafstörungen leiden.

 

Quelle: Emodi-Perlman A, Hochhauser T, Winocur P, Friedman-Rubin P, Eli I. The effect of smartphones on daytime sleepiness, temporomandibular disorders, and bruxism among young adults. Quintessence Int. 2021 Apr 21;0(0):0. doi: 10.3290/j.qi.b1244431. Epub ahead of print. PMID: 33880912



Online-Redakteurin im Deutschen Ärzteverlag. Schreibt für die zahnmedizinischen Webportale und Social-Media-Kanäle.

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