Ein Kuss kostete ein kleines Mädchen fast das Leben

So gefährlich ist Herpes für Babys

Bei Herpesbläschen gilt: Neben Küssen ist auch Schmusen tabu.

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Ein Kuss, was soll da schon passieren? Viel, wenn Herpes-Viren im Spiel sind. Bei Säuglingen kann ein Kuss von einer Person mit Herpesbläschen lebensbedrohliche Komplikationen verursachen. Daher gilt: Bei Herpes ist küssen tabu!

Neugeborene kommen mit einem noch nicht ausgereiften Immunsystem auf die Welt. Eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren kann den ganzen Körper befallen. Haut, Schleimhäute des Auges und sogar zentrale Nervensystem können befallen sein. Im schlimmsten Verlauf kommt es zum Multiorganversagen. Vor dieser Gefahr warnen Experten werdende Eltern schon lange. Aber erst durch Vorfälle wie den der kleinen Kaylah (1) aus Großbritannien werden viele auf die Gefahr aufmerksam.

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Wie die “Daily Mail” berichtet, wäre das Kind fast an einer Herpes-Infektion gestorben, weil es von einer mit dem Virus infizierten Person auf den Mund geküsst wurde. Das Mädchen entwickelte einen Ausschlag am ganzen Körper und schrie laut vor Schmerzen. Es litt an “Ekzema herpeticatum”, eine Hautinfektion, die durch die Viren ausgelöst wird. “Ein Albtraum”, wie ihre Mutter berichtet, “wir hätten sie verlieren können nur wegen eines blöden Kusses.” Inzwischen geht es der Kleinen wieder besser, sie wurde im Krankenhaus behandelt und konnte die Klinik nach vier Tagen wieder verlassen.

Wie überträgt sich der Herpes-Virus auf das Baby?

Neugeborene können sich wie in Kaylahs Fall durch einen Kuss anstecken, aber auch über den Geburtskanal, wenn die Mutter an Genitalherpes leidet. Vier von fünf Personen sind mit dem Herpes simplex Virus infiziert, aber nicht bei jedem bricht die Infektion aus, nur etwa jeder Dritte zeigt Symptome wie die Lippenbläschen, die z. B. bei einer Schwächung des Immunsystems, Stress oder bei Reizungen wie Sonneneinstrahlung ausbrechen. Die Bläschen platzen auf, verkrusten und heilen ab. Der Inhalt der Bläschen ist jedoch hochinfektiös. “Bei einer latenten Herpes-Infektion, während der der Betroffene keine Symptome der Herpes-Infektion zeigt und insbesondere keine Herpesbläschen in den betroffenen Körperarealen aufweist, ist die Übertragungsrate sehr gering”, schreibt der Telemedizin-Anbieter Zava (früher DrEd).

Wie schützt man ein Baby vor der Herpes-Infektion?

Zwar können Babys heute gegen viele Erkrankungen geimpft werden, eine Impfung gegen Herpesviren gibt es aber bisher nicht. Wer akut infiziert ist sollte bei ersten Anzeichen eine antivirale Lippencreme auftragen. Neben Küssen ist auch Schmusen tabu. Hygiene ist extrem wichtig: Die Hände müssen vor dem Kontakt mit dem Baby desinfiziert und die Bläschen dürfen nicht mit den Händen berührt werden. Wenn es unumgänglich ist, mit Säuglingen zu tun zu haben, sollte ein Mundschutz getragen werden.

 



Silja Elfers arbeitet als Redakteurin in der Redaktion Medizin / Zahnmedizin des Deutschen Ärzteverlags.

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