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Erfolgreiche PA-Therapie durch 3-fach-Prophylaxe

Listerine-Tipp

Erfolgreiche PA-Therapie durch 3-fach-Prophylaxe

Die Initialtherapie erfordert auch eine gute Mitarbeit des Patienten

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Laut der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie ist die Parodontitis zwar rückläufig, jedoch steigt der Behandlungsbedarf aufgrund des demografischen Wandels an. Mehr als jeder zweite Deutsche leidet an dieser Erkrankung. Immer wichtiger werden deshalb auch Paro-Konzepte in der Praxis. Diese starten mit der Initialtherapie.

In der Prophylaxe-Sitzung ist es enorm wichtig, regelmäßig einen Parodontalen Screening Index (PSI) durchzuführen, um eine Parodontitis-Erkrankung festzustellen. Ist bei dem Patienten eine Erkrankung PSI 3 oder 4 festgestellt worden, bekommt dieser zunächst zwei Vorbehandlungen – auch Initialtherapie genannt. Diese Initialtherapie dient zum einen dazu saubere Verhältnisse oberhalb der Zahnfleischtaschen zu erreichen und zum anderen die Compliance des Patienten zu stärken. Denn nur wenn der Patient gut mitarbeitet, ist die Therapie auch erfolgsversprechend.

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Zwischen der ersten und zweiten Initialtherapie sollten vier Wochen liegen. Die Vorbehandlung beginnt genauso wie bei der Professionellen Zahnreinigung mit einer ausführlichen Anamnese. Denn viele Allgemeinerkrankungen haben einen bidirektionalen Zusammenhang zur Parodontitis und gerade das Rauchen hat einen negativen Einfluss auf die Mundgesundheit. Starkes Rauchen erhöht das Risiko um den Faktor 6. Zudem reduziert das Nikotin den Stoffwechselaustausch im parodontalen Gewebe. Bevor die Mundhygieneindices aufgenommen werden, sollte der Patient mit einer antibakteriellen Mundspülung vorab spülen, um die Bakterienzahl in der Aerosolwolke zu reduzieren.

Patienten langfristig für Therapie gewinnen

Nun wird ein Blutungsindex und ein Plaqueindex anhand eines speziellen Befund- und Dokumentationsprogramms aufgenommen, um die Befunde bei der nächsten Sitzung vergleichen zu können. Wichtig ist hierbei auch, dass die Zähne angefärbt werden, denn nur so können Schwachstellen sichtbar gemacht werden und eine 100-prozentige Belagsentfernung garantiert werden. Durch die Visualisierung der Grafiken im Programm kann man den Patienten besser erklären, wie es momentan um seine Mundgesundheit steht. Nur einen gut aufgeklärten Patienten kann man auch langfristig für die Therapie gewinnen.

Bei der Auswertung des Putzergebnisses sollte man immer mit den positiven Aspekten beginnen. Den Patienten niemals „bloß“ stellen. Auf die richtige Wortwahl kommt es an. Etwa: „Dort ist ihre Zahnbürste nicht richtig hingekommen.“ Durch eine motivierende Gesprächsführung wird die Eigeninitiative des Patienten erhöht, mehr für seine Mundgesundheit zu tun. Hier eignet sich besonders die offene Fragestellung, z.B. „Wie oft können Sie sich vorstellen, die Interdentalraumpflege durchzuführen? Oder wie stehen Sie zum Rauchen?“

Bei der Umsetzung einer optimalen häuslichen Zahnpflege hat sich die 3-fach-Prophylaxe bewährt. Diese beinhaltet zunächst die mechanische Belagsentfernung mittels Handzahnbürste oder elektrischer Zahnbürste, gefolgt von der Interdentalraumpflege mit Interdentalbürste, Zahnseide, Zahnhölzern o.ä. und ganz zum Schluss die antibakterielle Mundspülung, wie z.B. Listerine mit ätherischen Ölen. Dieses abschließende Spülen ist sehr wichtig, denn die mechanische Reinigung erreicht nicht den gesamten Mundraum, da Zähne nur 25 Prozent des Mundraumes ausmachen.

Durch die speziellen Wirkstoffe wie Eukalyptus, Menthol, Thymol und Methylsalizylat wird der pathogene Biofilm negativ beeinflusst. Am Ende der Behandlung bekommt der Patient seinen individuellen Ausdruck mit in die Hand oder ganz bequem per App angezeigt, denn viele befinden sich in einer Angstposition und vergessen vieles während der Behandlung. So sieht der Patient noch einmal sein Risikoprofil und die empfohlenen Produkte für die häusliche Mundhygiene.


DH CHRISTINE GRADEWALD

DH Christine Gradewald

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DH CHRISTINE GRADEWALD

angestellt in der Zahnarztpraxis Rüdiger Engel in Mühlacker; seit 2015 ist sie auch als Praxistrainerin aktiv.


Silja Elfers arbeitet als Redakteurin in der Redaktion Medizin / Zahnmedizin des Deutschen Ärzteverlags.

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