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Hilft die Verdünnung von Säften?

Erosionen durchs Trinken

Hilft die Verdünnung von Säften?

Ob die Verdünnung eines Fruchtsafts gegen Erosionen hilft, untersuchten Züricher Forscher in einer Studie.

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Auch wenn sie gut schmecken, für unsere Zähne sind Fruchtsäfte nicht gesund. Die darin enthaltene Säure fördert Erosionen und schädigt so die Zähne. Züricher Forscher untersuchten nun, ob es hilft, den Saft mit Wasser zu verdünnen.

In ihrer Studie untersuchten die Züricher Forscher hierfür die erosiven Eigenschaften von purem Apfel-, Orangen- und Zitronensaft in Vergleich zu zwei unteschiedlichen Mischgetränken mit Leitungswasser. Einmal lag das Mischverhältnis bei 3:2 von Saft zu Leitungswasser (60 Prozent Saft) und einmal 2:3 (40 Prozent Saft). Getestet wurden die Säfte und Mix-Getränke an 72 Rinderzahnschmelzproben, die den Getränken gruppenweise für jeweils 25 Minuten ausgesetzt waren.

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Dabei fanden die Forscher heraus, dass purer Apfelsaft die Zähne stärker schädigt als Zitronen- und Orangensaft. Der pure Apfelsaft sorgte für einen Substanzverlust von durchschnittlich 5,7 μm, gefolgt vom Zitronensaft mit 4,6 μm und dem Orangensaft mit durchschnittlich nur 1,5 μm.

Saft mit Wasser verdünnen senkt den Substanzverlust

Insgesamt senkte sich der Substanzverlust durch die Mischung mit Wasser bei allen Säften. Während beim Apfelsaft die Erosion am stärksten war, ließ sich hier der Substanzverlust durch Wasser auch am stärksten reduzieren. Bei 60-prozentigem Saft sank der Wert auf durchschnittlich 4,2 μm und bei 40-prozentigem Saft sogar auf 3,1 μm. Auch beim Zitronensaft machte sich die Verdünnung des Safts deutlich bemerkbar (60 Prozent: 3,7 μm, 40 Prozent: 2,8 μm). Nur beim Orangensaft fielen die Werte nicht so deutlich aus. Jedoch lag der Wert des erosiven Gehalts beim puren Orangensaft schon unter den Werten der anderen beiden Säfte nach Verdünnung. Dennoch sank auch der Wert des 40-prozentigen Orangensaft-Wasser-Gemischs auf 0,9 μm.

Zudem erklären die Forscher in ihrer Studie, dass neben dem pH-Wert auch die Art und Konzentration der Säure und der Kalziumgehalt entscheidende Faktoren für das erosive Potenzial von Säften sind. Je höher der Kalziumgehalt, desto stärker kann der erosionshemmende Effekt zur Wirkung kommen. Das in der Studie verwendete Leitungswasser zeichnete sich durch einen hohen Kalziumgehalt aus.

 

Quelle:

Valerie Steiger-Ronay, Sebastian Stelz, David Steigmeier, Klaus Becker, Daniel B. Wiedemeier, Thomas Attin: “Change of Erosive Potential of Apple and Orange Juice at Different Dilutions“, Swiss Dent J. 2019 Dec 23; 130(1): 12-17.



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Marina Görtz ist Redakteurin in der Redaktion Medizin und Zahnmedizin des Deutschen Ärzteverlags.

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