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Warum eine Halitosis-Sprechstunde sinnvoll ist

Diagnose und Therapie von Mundgeruch

Warum eine Halitosis-Sprechstunde sinnvoll ist

Patienten mit Mundgeruch leiden häufig sehr stark. Um ihnen adäquat zu helfen, lohnt sich die Etablierung einer Halitosis-Sprechstunde.

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Immer wieder wird man in der Praxis und im privaten Umfeld mit schlechtem Atem seiner Mitmenschen konfrontiert. Bei manchen Leuten meidet man den Kontakt und das Gespräch und bei enger stehenden überlegt man, wie man das Thema vorsichtig anschneidet. Was Du als ZFA über Halitosis wissen solltest und warum es sich lohnt eine Halitosis-Sprechstunde in der Praxis zu etbalieren, zeigt DH Birgit Hühn.

Als ich vor Jahren im privaten Umfeld damit konfrontiert wurde, begann ich mich mit dem Thema näher zu befassen. Bei einem interdisziplinären Expertentreffen mit Teilnehmern aus Forschung und Praxis wurde ein sehr interessantes Konsensuspapier zur Halitosis erstellt, das mein Interesse an dem Thema zusätzlich weckte.

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Jeder fünfte Patient hat ein Problem mit ständigem oder zeitlich begrenztem schlechtem Atem. Das sind rund 50 bis 60 Prozent der Weltbevölkerung. Wie viele Studien zeigen, hat krankhafter Mundgeruch oftmals einen starken Einfluss auf das soziale Leben der Betroffenen. Viele Patienten schämen sich und ziehen sich nicht selten isoliert zurück.

Halitosis-Ursachen nicht nur oral

In mehr als 90 Prozent der Fälle liegen die Ursachen für Halitosis im oralen Bereich, die restlichen zehn Prozent haben extraorale Ursachen. Diese werden unterschieden in blood-borne (aus dem Blut stammend) und non-blood-borne (nicht aus dem Blut stammend) – je nachdem, ob die geruchsbildenden Partikel über das Blut zur Lunge transportiert und anschließend abgeatmet werden oder direkt in den oberen und unteren Atemwegen entstehen.

Etwa 25 Prozent meiner Neupatienten leiden unter einer Halitosis. Die meisten kann man gut motivieren und aufklären; dadurch wird die Zahl der Betroffenen deutlich reduziert bzw. der Leidensdruck für die Patienten gesenkt. Um der Ursache für die Halitosis auf den Grund zu gehen, bieten mittlerweile einige Praxen systematisch aufgebaute Halitosis-Sprechstunden an. Dem Patienten wird eine professionelle Diagnostik empfohlen, die sehr umfangreich ist.

Halitosis-Diagnostik

Neben einem ausführlichen Anamnesebogen, einer Ernährungsanalyse, intraoraler Befundung, einer Messung mit dem Halisens (Halitosis-Messgerät) und einer organoleptischen Messung werden auch der pH-Wert und der Speichelfluss kontrolliert. Danach wird instruiert, motiviert und eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt. Bei zwei Dritteln der Halitosispatienten ist eine parodontale Behandlung angezeigt, die im Anschluss eine regelmäßige UPT (Unterstützende Parodontitistherapie) notwendig macht.

Liegt eine orale Ursache vor, wird ausschließlich eine ursachenbezogene Therapie betrieben. Liegt Mundtrockenheit vor, wird die Flüssigkeitszufuhr erhöht, eine Ernährungsberatung angeboten, die Essenseinheiten werden erhöht, und den Patienten wird eventuell eine Medikamentenumstellung durch den Hausarzt angeraten.

Halitosis-Sprechstunde anbieten

Wir haben in der Praxis ein Halitosis-Konzept von ScioDent eingeführt, das sehr leicht in die Praxis integriert werden kann. Dank Mitarbeiterschulung und der problemlosen Verknüpfung der Arbeitsabläufe mit dem Qualitätsmanagement (QM) lassen sich systematische Prozesse etablieren und so die Behandlungsqualität verbessern. Professionelles Equipment wie der Halisens bietet eine objektive Messtechnik und eine genaue Analyse. Außerdem erhielten wir Beratung zur optimalen Leistungsabrechnung, um die Halitosis-Behandlung für die Praxis auch wirtschaftlich zu machen. Da die Firma gezielte und individuelle Marketingmaßnahmen entwickelt hat, ist eine rechtskonforme Bewerbung der Leistung, z. B. über Eure Praxiswebseite, möglich.

Häusliche Mundhygienemaßnahmen wichtig

Um einen Halitosispatienten gut leiten zu können, braucht es eine innovative, professionelle Halitosis-Sprechstunde und im Anschluss einen Recall, der dem Patienten hilft, das Problem in den Griff zu kommen. Neben der professionellen Hilfe in der Praxis ist eine optimale Mundhygiene zu Hause sehr wichtig. Da dürfen Interdentalbürstchen,  Zungenreiniger und Spülung nicht fehlen. Als Mundspüllösung empfehlen wir CB12 sensitive. Sie verhilft einerseits durch de Inhaltsstoff Arginin zu einer effektiven Schmerzlinderung bei empfindlichen Zähnen. Andererseits enthält die Spülung auch niedrig dosiertes Chlorhexidin und Zinkacetat. Dadurch wird Mundgeruch nicht nur kurzfristig überdeckt, sondern über einen Zeitraum von zwölf Stunden aktiv neutralisiert, wie eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) zu Halitosis unter Leitung von Prof. Dr. Rainer Seemann belegt.



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