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Wie viel Fluorid ist richtig für Kinder?

Einheitliche Empfehlungen zur Kariesprävention

Wie viel Fluorid ist richtig für Kinder?

Bereits ab der Geburt sollten Eltern auf die Fluoridzufuhr des Kindes achten.

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Wie viel Fluorid sollte eine Zahnpasta für Kinder beinhalten? Und ab welchem Alter sollte man sie verwenden? Fachkräfte fordern schon länger eine einheitliche Handlungsempfehlung zur Kariesprävention im Säuglings- und Kindesalter. Relevante Fachgesellschaften und -organisationen haben diese nun gemeinsam entwickelt.

Anstatt viele verschiedene Empfehlungen nebeneinander, gibt es nun eine gemeinsame für Kinder im Alter von null bis sechs Jahren. Koordiniert wurde der Prozess vom Netzwerk Gesund ins Leben. „Das ist ein Meilenstein für die frühkindliche Gesundheitsprävention und hilft allen sehr dabei, die Maßnahmen zur Kariesprävention im individuellen Alltag von Familien mit Babys und kleineren Kindern besser zu verankern“, erklärt Netzwerkleiterin Maria Flothkötter.

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Gewohnheit werden lassen

Denn bisher sei die Karieshäufigkeit im Milchgebiss in den letzten 30 Jahren nur um 35 Prozent zurückgegangen. Besonders häufig trete Karies bei Sechs- bis Siebenjährigen auf, gerade auch bei Kindern aus sozial schwächeren Familien. „Wenn Präventionsmaßnahmen schon im frühen Kleinkindalter zur Gewohnheit werden und im Alltag verankert sind, bleiben sie im späteren Kindes-, Jugend-und Erwachsenenalter als Routinen etabliert“, beschreibt Dr. Burkhard Lawrenz, Kinder- und Jugendarzt aus dem Berufsverband der Kinder- und Jugenärzte (BVKJ), weiter.

Und Fluorid spiele für Kinder bei der Kariesprävention eine große Rolle, auch zu viele Süßigkeiten oder Limonaden sollten nicht auf dem Speiseplan stehen. Doch wie sehen die Empfehlungen nun genau aus?

Ab der Geburt

Schon ab der Geburt empfiehlt sich die Gabe von Fluorid in Form von täglich einer Tablette in Kombination mit Vitamin D. Mit dem Durchbruch des ersten Milchzahnes sollte auch das Zähneputzen beginnen. Dabei bieten sich den Eltern zwei Möglichkeiten:

  • Eltern geben ihrem Kind weiterhin eine Fluoridtablette in Kombination mit Vitamin D und verwenden beim Zähneputzen keine Zahnpasta oder eine ohne Fluorid.
  • Als Alternative geben Eltern ihrem Kind nur Vitamin D (Tablette) und putzen die Kinderzähne mit einer bis zu reiskorngroßen Menge Zahnpasta mit 1.000ppm Fluorid.

Ab dem 1. Geburtstag

Ist das Kind ein Jahr alt geworden, sollten die Eltern für die Kinderzahnpflege zweimal täglich eine fluoridhaltige Zahnpasta (1.000ppm) verwenden. Die genaue Dosierung auf Reiskorngröße sei dabei wichtig, um eine zu hohe Fluoridaufnahme zu vermeiden. Nach dem zweiten Geburtstag erhöht sich die Dosierung auf Erbsengröße. Neben der häuslichen Zahnpflege kann auch noch ein drittes Zähneputzen in Kindergarten und Kitas hinzukommen.

Elementarer Bestandteil der Gesundheitsprävention sei die Beratung und Aufklärung beiden kinder-und jugendärztlichen Vorsorgeuntersuchungen und die praktische Schulung der Eltern bei den zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen, so Flothkötter. Einen Anspruch auf zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen haben Eltern ab dem sechsten Lebensmonat des Kindes.

Alle weiteren Informationen zur Handlungsempfehlung findest Du hier.



Online-Redakteurin im Deutschen Ärzteverlag. Schreibt für die zahnmedizinischen Webportale und Social-Media-Kanäle.

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